Dienstag, 9. Oktober 2012

Ashan Delon

Einen schönen Abend und ein herzliches Willkommen an Alle!

Wie jede Woche, möchte ich euch gerne ein Interview präsentieren und ich habe die Ehre euch Ashan Delon vorstellen zu dürfen, die uns heute ein bisschen Einblick in ihre Gedankenwelt gibt. Ich wünsche euch viel Spaß!


1.Schreiben ist ja für viele ein Bedürfnis, das sich kaum unterdrücken lässt. Bekommst du Entzugserscheinungen, wenn du ein paar Tage kein Rendezvous mit deiner Tastatur hast, oder bist du manchmal ganz froh, wenn du ein bisschen Abstand nehmen kannst?


Ich werd kribbelig, wenn ich nicht schreiben kann. Auch wenn ich mir z.B. im Urlaub vornehme, gänzlich auf Tastatur und Notizblock zu verzichten und einfach die freie Zeit zu genießen, werde ich spätestens am dritten Tag so ungeduldig, dass ich mich wie ein Junkie auf die Suche nach Stift und Papier mache. In meinem Kopf sprudeln ständig irgendwelche Ideen, die unbedingt festgehalten werden wollen. Und selbst bei einer Schreibblockade, d.h. wenn ich vor einer leeren Seite sitze und einfach keinen sinnvollen Satz zustande bringe, werd ich so hibbelig, dass ich mich dann meist über einen alten Text hermache und ihn überarbeite.


2.Dein erstes Buch ist schon auf Amazon gelistet und bei den Tipps für Schwule gleich auf Platz 2 gelandet. Beschreibe bitte möglichst anschaulich deinen Gesichtsausdruck, als du das gesehen hast.


Lach … Ich weiß nicht, welchen Gesichtsausdruck ich dabei gemacht habe. Ich hatte keinen Spiegel. Aber in meiner Familie haben alle ein merkwürdiges Gesicht gemacht, als ich plötzlich einen lauten Jubelschrei von mir gab – und das obwohl kein Tor gefallen war. Wir saßen da gerade vor dem Fernseher, Fußball gucken, und wahrscheinlich dachten sie, dass ich als Nicht-Fußballbegeisterter jetzt vollkommen am Durchdrehen bin. Mein Buch war ja schon seit 2 Wochen als Ebook draußen, aber leider in der Kategorie Märchen, Sagen und Legenden, eingereiht unter Grimm, Andersen und 1001Nacht. Am besagten Sonntagabend hatte amazon meine Bitte schließlich erhört und in die richtige Kategorie eingestellt, und es stieg gleich ganz oben ein. Das war für mich eine absolute Überraschung. Mein Gesicht wäre aber bestimmt ein Schnappschuss wert gewesen.



3.Das Leben besteht oft aus Ritualen. Welche bestimmen deinen Alltag?


Ich bin kein Freund von eingefahrenen Ritualen und versuche sie zu vermeiden, um mir jeden Tag individuell zu gestalten. Was aber nicht heißt, dass auch mich jeden Tag einige wiederkehrende Angewohnheiten anfallen, wie z.B. meine Lieblingstasse, ohne die mir mein Morgenkaffee nicht schmeckt, oder dass ich mir, bevor ich losschreibe, alles in Griffnähe lege, wie etwas zu trinken etc., um nicht mittendrin aufstehen zu müssen.



4.Ein Buch herauszubringen ist eine große Sache – jetzt mal unabhängig vom kommerziellen Erfolg. Und man stellt sich gerne vor, dass der betreffende Schriftsteller mit großen Augen angeschaut und mit bewundernden „Ohhs“ und „Ahhhs“ überschüttet wird. Passiert das wirklich so, oder fiel die Reaktion deines Umfeldes eher unspektakulär aus?

Da ich in einem Genre schreibe, mit dem man für gewöhnlich nicht groß posaunen geht, zumindest nicht in meinen „normalen“ Kreisen, fiel die Reaktion etwas unspektakulärer aus. Auch bin ich nicht der Mensch, der Fahnenschwenkend und Leuchtreklameverteilend darauf aufmerksam macht. Meine Familie und einige meiner engen Freunde, denen ich davon erzählte, freuen sich natürlich für mich, besonders meine Kinder freuen sich, dass ihre Mami sowas kann.



5.Stell dir vor, du wärst unsichtbar. Wohin würdest du dich zuerst hinschleichen, um ein bisschen Mäuschen zu spielen?


Zu den Lesern meines Buches Drachenfedern, um sie dabei zu beobachten, wenn sie es lesen.



6.Ein Manuskript durchläuft in der Regel immer ein professionelles Lektorat. Wie sah dein Manuskript danach aus und wie fühlt sich das an, wenn die so liebevoll und hart erdachten Sätze, gnadenlos in Form gestutzt werden?


Voller roter Flecken und Kommentare Der erste Eindruck, wenn man die Datei öffnet und nur noch in allen Farben Durchgestrichenes sieht, ist schon ziemlich niederschmetternd und lässt einem an seinen Fähigkeiten zweifeln. Dann kommt Wut auf, weil es jemand gewagt hat, Hand an das eigene Werk zu legen, von dem man überzeugt ist, das absolut Beste abgeliefert zu haben. Doch nach einigen Minuten, in denen man versucht, ruhig durchzuschnaufen und die Sache gelassen anzugehen, vergeht das wieder. Das Lektorat will ja nichts Böses. Im Gegenteil. Es macht auf Fehler aufmerksam, für die man selbst blind ist. So richtig im Schreibfluss gefangen, schleichen sich gerne Leichtsinnfehler ein. Beim Schreiben hat man stets die ganze Geschichte im Kopf, mit allen Hintergrundinfos und Gedanken, die der Leser nicht hat. Somit ist das Lektorat ein erster fachkundiger Testleser. Ich habe mir vorgenommen, die Bemerkungen des Lektorats und meiner Betas ernst zu nehmen und an mir zu arbeiten.



7.Hast du schon konkrete Pläne für deine Zukunft als Autorin?


Ich sehe mich eigentlich immer noch nicht als Autorin, obwohl Schreiben seit meiner Jugendzeit eines meiner wichtigsten Hobbys ist und ein eigenes Buch vom ersten vollgeschriebenen Notizblock an mein Traum war. Band II von Drachenfedern steht ja noch an und ein weiteres Projekt ist auch schon in Planung. Für die Zukunft würde ich mir gerne schon noch die eine oder andere Veröffentlichung wünschen. Mal sehen, was die Zukunft bringt.



8.Ashan Delon. Ist das ein Pseudonym und wenn ja, wie bist du auf so einen ungewöhnlichen Namen gekommen?


Ashan Delon ist ein Pseudonym, das ich mir für den Start von Drachenfedern einfallen ließ. Er ist angelehnt an meinen Nicknamen MsAshantin, unter welchem ich bei Fanfiktion.de und Bookrix bekannt bin. Ich wollte etwas ähnlich Klingendes, um die Leser nicht durcheinander zu bringen. Damit sie weiterhin wissen, wie sie mich ansprechen können. Der Nickname entstammt einer meiner alten Geschichten, die noch auf meiner Festplatte schlummern. Delon ist eine kleine Hommage an meine allererste Schwärmerei als ganz junges Mädchen für einen bekannten Akteur. Diese beiden Namen zusammen klangen für mich sehr gut. Sie rollen angenehm über die Zunge. So war Ashan Delon geboren.



9.Ein Buch beginnt ja immer mit einer Idee, ein Geistesblitz der über einen kommt. Daraus aber ein ganzes Buch zu formen, ist ein langer und manchmal auch harter Weg. Wie verläuft deiner?


Mit einem harmlosen Geistesblitz fängt es auch bei mir an. Eine fixe Idee, die mir irgendwann und irgendwo zufliegt, rasend schnell Wurzeln, Triebe und Blüten treibt und sich zu einem Gesamtgefüge zusammenfindet. Ich geh da ganz unterschiedlich vor, je nachdem wie groß und heftig die Idee ist, die mich da angefallen hat. Entweder ich baue anhand der vielen Bilder, die in meinem Kopf herumschwirren einen losen Handlungsstrang, den ich hin und her schiebe wie ein Puzzle, an welchem ich mich dann entlang hangle und mit weiteren schönen Bildern und Szenen ausschmücke. Oder aber – und das ist meist so - setze ich mich hin und tippe einfach drauflos, um dann nach Tagen, Wochen und 400 A4 Seiten festzustellen, dass ein ganzer Roman draus geworden ist. Mir kommen dabei viele gute Ideen erst beim Schreiben, wenn ich mitten in der Geschichte bin. Ich lasse es laufen und mich selbst überraschen, wohin es mich führt.



10.Meine letzte Frage: Wenn du einen Nachmittag mit einer Person aus dem aktuellen Weltgeschehen verbringen dürftest, wer hätte die Ehre?


Da kann ich mich jetzt so spontan nicht entscheiden, wem ich diese Ehre gäbe. Die Autorin Lara Adrian würde ich mir gerne mal aus der Nähe anschauen, da ich ihre Vampir-Bücher sehr gerne lese. Aber wenn ich ehrlich bin, kann ich mich nicht entscheiden. Es gibt so viele interessante Personen, die ich gerne mal kennenlernen würde. Angefangen von Orlando Bloom, dessen Konterfei seit Herr der Ringe als Desktop-Hintergrund auf meinem PC ist, oder Comedian Bülent Ceylan, über dessen mannemer Witze ich mich ständig aufs Neue kringelig lachen könnte, oder Keanu Reeves, einer meiner Lieblingsschauspieler. Oder Nena, eine starke Frau, die trotz ihrer Berühmtheit sehr natürlich geblieben ist. Hach, da ist die Qual der Wahl äußerst schwer.

Ich bedanke mich herzlich. Es war für mich eine Premiere. Das erste Interview meines Lebens. Es hat Spaß gemacht, mich mit den Fragen zu beschäftigen und für die Antworten vor einen inneren Spiegel zu stellen. Dabei konnte ich auch Überaschendes für mich selbst herauszufinden.


Ich bedanke mich ebenfalls ganz herzlich für die Chance dir ein paar Fragen stellen zu dürfen und für die tollen Antworten. Für die Zukunft wünsche ich dir alles Gute, sowie weiterhin viele Ideen und die Möglichkeit sie publizieren zu dürfen. 

Dein Lesewelt- Team

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